Gartentypen

Schotter garten anlegen

Schotter garten anlegen

Du stehst vor deinem Garten und denkst: Es muss sich ändern. Das viele Grün macht Arbeit, das Unkraut wuchert, und eigentlich wünschst du dir eine pflegeleichte Fläche, die trotzdem gut aussieht. Oft kommt dann der Gedanke an den Schottergarten. Vielleicht hast du schon Bilder gesehen, die eine moderne, klare Optik versprechen. Aber bevor du loslegst und Säcke über Säcke Kies schleppst, lass uns in Ruhe schauen, was das wirklich bedeutet, einen Schottergarten anzulegen. Es geht nicht nur darum, Steine aufzuschütten. Es geht darum, eine funktionierende und langfristig zufriedenstellende Lösung für dein Grundstück zu finden. Ich erkläre dir jetzt Schritt für Schritt, wie du dieses Projekt realistisch angehst und welche Fallstricke du umgehst.

Warum überhaupt ein Schottergarten? Die Entscheidung verstehen

Viele Menschen entscheiden sich für Kies oder Splitt, weil sie die Nase voll haben vom Rasenmähen und ständigen Jäten. Das ist absolut verständlich. Dein Garten soll dir Freude machen, nicht zur Last werden. Ein Schottergarten verspricht wenig Pflegeaufwand, gute Versickerung und eine moderne Ästhetik. Aber Achtung: „Pflegeleicht“ bedeutet nicht „pflegefrei“. Das ist ein wichtiger Unterschied, den viele später schmerzlich lernen. Bevor du anfängst, deinen alten Gartenboden umzugraben, überlege genau, was dein Ziel ist. Geht es nur um einen kleinen Bereich als Terrasse, oder soll die gesamte Fläche bedeckt werden?

Die zwei Arten von Steingärten

Schotter garten anlegen

Wenn Leute vom Schottergarten reden, meinen sie meistens zwei sehr unterschiedliche Dinge. Es ist wichtig, diese auseinanderzuhalten, denn die Vorgehensweise ist völlig verschieden.

  • Der klassische Kiesgarten (oder Steingarten): Hierbei werden kleinere Steine (Kies oder Splitt) verwendet. Oft werden dazwischen trockenheitsliebende Pflanzen gesetzt, die gut mit den steinigen Böden klarkommen. Das ist die Variante, die ökologisch noch am ehesten vertretbar ist, weil Wasser versickern kann und Platz für Leben bleibt.
  • Der reine Schotterbelag (oder „Steinwüste“): Das ist die Variante, die oft in der Kritik steht. Hier wird eine dicke Schicht grober Schotter oder Kies ohne Pflanzen aufgetragen. Das sieht schnell und modern aus, heizt sich extrem auf und bietet keinerlei Lebensraum für Insekten oder Mikroorganismen. Diesen Typ solltest du nur wählen, wenn es wirklich um eine rein funktionale Fläche geht, beispielsweise als einfacher Weg oder Abgrenzung.

Wenn du dich für die pflegeleichtere und optisch interessantere Variante entscheidest, also mit Pflanzen, dann sprechen wir über den klassischen Kiesgarten. Das ist meistens das, was die meisten Hobbygärtner wirklich anstreben, wenn sie über das Schottergarten anlegen nachdenken.

Schritt-für-Schritt: So legst du deinen Schottergarten an

Nun gehen wir es praktisch an. Das Fundament ist entscheidend. Wenn du hier schlampst, hast du in zwei Jahren mehr Arbeit als vorher.

VIDEO: Kies verlegen mit Unkrautvlies – Wie geht das?

Schritt 1: Planung und Materialwahl

Nimm dir Zeit für die Planung. Welche Fläche soll der Schottergarten bekommen? Brauchst du eine Drainage? Und vor allem: Welche Steingröße passt zu deinem Haus und deinem Stil?

  1. Flächen abmessen: Bestimme genau die Größe. Das hilft dir später bei der Berechnung der benötigten Materialmengen.
  2. Materialauswahl: Soll es runder Flusskies sein (eher weich, rollt leicht weg) oder scharfkantiger Splitt (hält besser, sieht moderner aus)? Für einen begehbaren Bereich eignet sich Splitt besser. Für eine reine Dekofläche geht auch Kies. Denke daran: Dunkle Steine heizen sich stärker auf als helle.
  3. Pflanzenauswahl (falls gewünscht): Wenn du Pflanzen möchtest, wähle Arten, die wenig Wasser brauchen und gut mit Sonne klarkommen, zum Beispiel verschiedene Sedum-Arten (Fetthenne), Thymian oder niedrige Gräser.

Schritt 2: Die Vorbereitung des Untergrunds

Das ist der wichtigste Schritt, um Unkraut dauerhaft fernzuhalten. Du musst die vorhandene Vegetation entfernen.

  • Boden auflockern und säubern: Entferne jegliches Gras, Unkraut und Wurzelwerk. Grabe den Boden etwa 10 bis 15 Zentimeter tief um.
  • Unkrautvlies verlegen: Das ist dein bester Freund gegen Unkraut. Kaufe ein hochwertiges, wasserdurchlässiges Unkrautvlies. Lege es über die gesamte Fläche aus. Überlappe die Bahnen mindestens 10 bis 15 Zentimeter, damit sich keine Lücken bilden, durch die Unkraut wachsen kann.
  • Fixierung: Befestige das Vlies mit speziellen Rasennägeln oder Klammern, besonders an den Rändern.

Tipp für den Unterbau: Wenn die Fläche stark verdichtet ist oder du auf einer sehr lehmigen Fläche arbeitest, solltest du eventuell eine dünne Schicht groben Bausand unter das Vlies einbringen, um die Drainage zu verbessern, bevor das Vlies kommt.

Schritt 3: Die Begrenzung schaffen

Damit dir der schöne neue Kies nicht überallhin läuft, brauchst du eine Kante. Das ist entscheidend, damit dein Schottergarten ordentlich bleibt.

Setze eine stabile Einfassung. Das können Betonrandsteine, Klinker oder auch Metallprofile sein. Diese Grenze muss tief genug im Boden verankert sein, damit sie den Druck der Steine aushält. Gerade bei großen Flächen ist dieser Schritt nicht zu unterschätzen, wenn du später keine Ränder ausgleichen musst.

Informative Quellen

Tauche tiefer in das Thema Schotter garten anlegen ein mit diesen nützlichen Quellen.

Schritt 4: Die Schotterschicht auftragen

Jetzt kommt der Teil, der am meisten Material braucht. Die Dicke der Schicht hängt davon ab, wie grob dein Material ist und ob du darauf laufen willst.

  1. Drainageschicht (optional, aber oft sinnvoll): Wenn du sehr viel Regenwasser hast, kannst du eine erste Schicht (etwa 5 cm) aus gröberem Kies (z.B. Splitt der Körnung 16/32 mm) auftragen. Diese Schicht sorgt für besseren Wasserabzug.
  2. Dekoschicht: Darauf kommt die eigentliche Zierschicht. Hierfür wählst du deine finale Körnung (z.B. 8/16 mm). Trage diese Schicht mindestens 5 bis 8 Zentimeter dick auf. Weniger ist oft nicht genug, um das Vlies vollständig abzudecken und das Durchscheinen des darunterliegenden Bodens zu verhindern. Verteile das Material gleichmäßig mit einer Harke.

Schritt 5: Pflanzen einsetzen (wenn du dich dafür entschieden hast)

Wenn du Pflanzen integrierst, ist jetzt der richtige Zeitpunkt. Du musst Löcher in das Unkrautvlies schneiden.

Schneide das Vlies immer nur so groß auf, wie du die Pflanze wirklich brauchst. Lass lieber etwas Platz, damit das Loch nicht sofort wieder zuwächst. Setze die Pflanzen ein und fülle das Loch ringsherum mit einem Substrat auf, das für diese Pflanzen geeignet ist – oft eine Mischung aus Kies und etwas Gartenerde. Drücke die Steine ringsherum leicht an, damit die Pflanze Halt hat.

Ist der Schottergarten immer erlaubt? Die rechtliche Seite

Bevor du loslegst, solltest du kurz prüfen, ob dein Vorhaben überhaupt zulässig ist. In einigen Bundesländern und Kommunen gibt es Vorschriften zum sogenannten „Gartenbild“.

Manche Gemeinden sehen den reinen Schottergarten als ökologisch schädlich an und verbieten ihn teilweise oder schreiben vor, dass mindestens ein bestimmter Prozentsatz der Fläche bepflanzt sein muss. Informiere dich bei deiner lokalen Baubehörde oder dem Bauamt über eventuelle Vorgaben zur Entsiegelung oder Gartengestaltung in deiner Gegend. Das erspart dir später Ärger und vielleicht sogar den Rückbau der Fläche.

Häufig gestellte fragen

wie viel schotter brauche ich pro quadratmeter?

Für eine Standard-Dekoschicht von 6 cm Dicke benötigst du pro Quadratmeter etwa 1,5 bis 1,7 Säcke à 25 kg oder etwa 150 kg lose Ware. Rechne immer zehn Prozent extra für Unebenheiten und das spätere Auffüllen ein. Messe deine Fläche genau aus und multipliziere Länge mal Breite.

kann ich schotter direkt auf erde auftragen?

Nein, das solltest du unbedingt vermeiden. Wenn du den Schotter direkt auf die Erde gibst, vermischen sich die Materialien schnell. Das Unkraut wächst dann durch den Schotter und die Steine sinken in den weichen Boden ein. Ein robustes Unkrautvlies ist unerlässlich, um die Schichten sauber zu trennen und die Pflege gering zu halten.

lohnt sich der kauf von big bags statt kleiner säcke?

Ja, fast immer. Wenn du eine Fläche von mehr als 10 Quadratmetern belegst, ist die Lieferung von losem Material in Big Bags oder per LKW in der Regel deutlich günstiger als der Kauf vieler kleiner, schwerer Säcke. Du brauchst dann allerdings auch eine Möglichkeit, das Material von der Straße in deinen Garten zu befördern, eventuell mit einer Schubkarre.

Häufige Fragen

Problem 1: Das Unkraut kommt trotzdem
Du hast alles richtig gemacht, aber plötzlich sprießt es zwischen den Steinen. Das passiert fast immer. Woher kommt das? - Windverwehungen: Samen von Bäumen oder anderen Pflanzen landen im Kiesbett und bilden eine dünne Humusschicht. In dieser Schicht keimt das Unkraut. - Bodenkontakt: Wenn das Vlies an den Rändern nicht hoch genug gezogen wurde, wächst Unkraut von den Seiten ein. Die Lösung: Sei konsequent. Reiße diese hartnäckigen Unkräuter sofort heraus, bevor sie Samen bilden. Nutze bei hartnäckigen Fällen einen Unkrautstecher, um die Wurzel tief zu erwischen. Chemische Mittel sind im Kiesgarten oft nicht ratsam, da sie leicht ins Grundwasser gelangen können.
Problem 2: Der Schotter wird schmutzig und verliert seine Farbe
Gerade hellgrauer Splitt kann schnell durch Laub, Erde oder Moos unansehnlich werden. Das ist die natürliche Folge, wenn ein Gartenbereich existiert, auf dem Material liegt. Hier hilft nur mechanische Reinigung. Mit einem Laubbläser kannst du leichte Verunreinigungen entfernen. Für hartnäckigen Schmutz oder Moos musst du ihn regelmäßig harken. Achtung: Wenn du zu stark harke, beschädigst du das Vlies oder vermischst die Steine mit der darunterliegenden Erde. Deshalb ist die saubere Trennung am Anfang so wichtig.
Problem 3: Hitzeprobleme
Gerade dunkler Schotter speichert tagsüber enorme Hitze und gibt sie nachts langsam ab. Das ist für viele Pflanzen tödlich und kann auch für dich unangenehm sein, wenn der Bereich direkt an eine Terrasse grenzt. Wähle helle Steine und setze auf tief wurzelnde, hitzetolerante Pflanzen. Pflanzen wie Lavendel oder mediterrane Kräuter lieben diese Bedingungen, während viele heimische Blumen das nicht überleben. Überlege, ob du nicht zumindest einen Bereich mit einer dünnen Mulchschicht aus Rindenhumus (wenn du damit leben kannst) oder einer helleren Steinsorte bedeckst, um die Hitze zu reduzieren.

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