Kalkulation im garten und landschaftsbau

Du sitzt vor deinen Unterlagen. Vor dir liegt ein neuer Auftrag für eine Gartengestaltung. Der Kunde wartet auf dein Angebot. Doch während du die Materialien überschlägst, meldet sich dieses ungute Gefühl: Habe ich alles bedacht? Ist mein Preis fair – für mich und für den Kunden? Die Kalkulation im Garten- und Landschaftsbau ist oft der Punkt, an dem die Freude am Gestalten auf die harte Realität der Zahlen trifft. Mach dir nichts draus, dieses Gefühl kennen fast alle Selbstständigen und Chefs in unserem Gewerbe. Heute schauen wir uns gemeinsam an, wie du deine Angebote so aufstellst, dass sie dich absichern und trotzdem wettbewerbsfähig bleiben.
warum die präzise kalkulation im galabau so wichtig ist
Viele Betriebe im Garten- und Landschaftsbau legen den Fokus auf das Handwerk. Das ist richtig und wichtig. Aber das beste Beet nützt dir nichts, wenn du am Ende drauflegst. Eine schlechte Kalkulation führt zu Stress, Überstunden und im schlimmsten Fall zur Insolvenz. Dein Angebot ist mehr als nur eine Preisliste. Es ist dein Versprechen an den Kunden und deine finanzielle Garantie.
Wenn du deine Angebotskalkulation im Galabau nicht im Griff hast, siehst du das oft erst Monate später. Plötzlich merkst du, dass die Maschinenstunden nicht gedeckt sind oder die Lohnkosten höher waren als gedacht. Deshalb musst du heute wissen, wie du jeden einzelnen Euro richtig zuordnest.
die drei säulen deiner kosten

Jedes Angebot basiert auf drei Hauptbestandteilen. Wenn du diese drei Bereiche sauber trennst, vergisst du nichts Wichtiges bei der Kalkulation von Erdarbeiten oder Pflanzungen.
- Materialkosten: Was kostet der Stein, die Erde, die Pflanze?
- Lohnkosten: Was kostet die Arbeitszeit deiner Mitarbeiter und deine eigene Zeit?
- Gemeinkosten und Gewinn: Was kostet der Betrieb, die Miete, die Versicherung und was möchtest du verdienen?
Diese Struktur hilft dir, nichts zu übersehen. Gehen wir die Punkte nun einzeln durch, damit du sie direkt auf deinen nächsten Auftrag anwenden kannst.
schritt 1: die materialkosten exakt ermitteln
Das scheint oft der einfachste Teil zu sein. Du schaust auf deinen Bestellschein oder deinen aktuellen Preislisten vom Großhändler. Aber Achtung: Hier lauern Fallen, besonders wenn du gerade erst lernst, wie man ein angebot im landschaftsbau schreibt.
VIDEO: Harte Arbeit & immer drauen: Das verdient ein selbststndiger Gartenbauer | Lohnt sich das? | BR
nicht vergessen: verlust und transport
Kaufst du 10 Quadratmeter Pflastersteine, werden auf der Baustelle garantiert ein paar kaputt gehen. Vielleicht brauchst du einen Sack mehr Fugenmaterial, als du dachtest. Plane immer einen Puffer ein. Experten sprechen hier von Materialverschnitt.
Als Faustregel gilt: Rechne bei Klinker oder Betonsteinen mit 3 bis 5 Prozent Mehrbedarf. Bei komplexen Mustern oder Natursteinen können es auch 7 Prozent sein. Diesen Puffer schlägst du auf die reine Bedarfsmenge drauf. Das ist kein Trick, das ist solide Kalkulation für Gartenbauer.
Und was ist mit dem Transport zur Baustelle? Musst du Material von deinem Lager holen oder kommt es direkt vom Lieferanten? Wenn du es selbst holst, rechne die Spritkosten und die Zeit des Fahrers in deine Gemeinkosten ein oder als separaten Posten, wenn der Weg weit ist.
schritt 2: die lohnkosten – zeit ist geld
Der größte Kostenfaktor ist meistens die Arbeitszeit. Hier geht es nicht nur darum, wie lange ein Mitarbeiter auf der Baustelle steht. Du musst die Stundenverrechnung im GaLaBau wirklich verstehen.
Essentielle Links
Verstehe Kalkulation im garten und landschaftsbau besser durch diese Sammlung von Artikeln.
- Kalkulation im Garten- und Landschaftsbau – Verlag Eugen Ulmer
- Kalkulation im Garten- und Landschaftsbau: Kalkulationsdatei zum …
die berechnung des echten stundensatzes
Dein Mitarbeiter kostet dich mehr als nur seinen reinen Lohn. Du musst alle Lohnnebenkosten dazurechnen. Das sind Beiträge zur Sozialversicherung, Urlaubsgeld, Krankheitstage, Feiertage und auch die Kosten für Berufsgenossenschaft und Altersvorsorge, soweit du sie trägst.
Praxistipp: Nimm den gesamten Jahreslohnaufwand (inklusive aller Zuschläge) und teile ihn durch die tatsächlich abrechenbaren Arbeitsstunden im Jahr. Das gibt dir einen viel realistischeren Stundensatz als der Blick auf das Monatsgehalt.
Denke auch an die effektive Arbeitszeit auf der Baustelle. Wenn dein Team um 7 Uhr startet, aber erst um 8 Uhr die erste Schaufel in die Erde steckt, weil die Anfahrt 30 Minuten dauert und das Material erst entladen werden muss – diese Zeit musst du in die Kalkulation mit aufnehmen. Du verkaufst dem Kunden eine fertige Leistung, nicht nur die Zeit, die jemand auf der Baustelle verbringt.
maschinen- und gerätekosten
Ein Bagger, ein Rüttler, eine Motorsäge – die Dinger kosten in der Anschaffung viel Geld und brauchen Wartung. Diese Kosten dürfen nicht einfach „nebenbei“ passieren. Du brauchst einen Maschinensatzplan oder zumindest eine interne Verrechnung der Maschinenstunden.
Wie machst du das? Schätze, wie viele Stunden du die Maschine im Jahr nutzen wirst. Teile die Anschaffungs-, Wartungs- und Versicherungskosten durch diese Stunden. Das ergibt deinen internen Verrechnungssatz pro Stunde für den Bagger. Wird der Bagger für den Auftrag benötigt, verrechnest du diesen Satz.
schritt 3: gemeinkosten und gewinn – dein unternehmerisches Rückgrat
Dieser Bereich wird oft vernachlässigt, weil er abstrakt erscheint. Die Gemeinkosten sind alles, was du brauchst, um deinen Betrieb am Laufen zu halten, was aber nicht direkt einem einzelnen Auftrag zugeordnet werden kann. Dazu gehören Miete für Halle und Büro, Verwaltungspersonal, Telefon, Internet, Buchhaltung, Marketing und deine eigene Chefsache.
die prozentuale verteilung der gemeinkosten
Der einfachste Weg, diese Kosten fair auf deine Aufträge zu verteilen, ist die Anwendung von Zuschlagssätzen. Du ermittelst die Summe deiner Gemeinkosten pro Jahr und vergleichst sie mit deiner gesamten abrechenbaren Lohnsumme. Das Ergebnis ist dein Gemeinkostenzuschlagssatz.
Wenn deine jährlichen Gemeinkosten zum Beispiel 80.000 Euro betragen und du im Jahr 200.000 Euro an reinen Lohnkosten verrechnest, dann beträgt dein Zuschlagssatz 40 % (80.000 / 200.000). Das heißt: Auf jede abrechenbare Lohnsumme schlägst du 40 % drauf, um deine Verwaltung und dein Büro zu finanzieren.
Nachdem du Material und Lohn kalkuliert und die Gemeinkosten aufgeschlagen hast, kommt der letzte wichtige Schritt: Dein Gewinn. Dein Gewinn ist nicht nur „was übrig bleibt“. Er ist die Grundlage für Investitionen, für schlechte Zeiten und dafür, dass du dich weiterbilden kannst. Plane deinen Gewinn bewusst ein, idealerweise als Prozentsatz auf die bisherige Summe (Material + Lohn + Gemeinkosten).
die wettbewerbsfähige preisbildung
Du hast jetzt deine Selbstkosten ermittelt. Aber wie hoch ist der Preis, den der Kunde akzeptiert? Hier musst du Marktwissen einfließen lassen. Wenn du weißt, dass die Preisspanne für Pflasterarbeiten in deiner Region durchschnittlich 60 Euro pro Quadratmeter beträgt, und deine Kalkulation ergibt 75 Euro, musst du prüfen:
- Ist mein Materialverbrauch zu hoch? (Schau dir den Verschnitt an!)
- Ist meine Lohnstundenschätzung zu pessimistisch?
- Biete ich eine Zusatzleistung an, die der Wettbewerb nicht bietet (z.B. besonders hochwertige Beratung oder längere Garantie)?
Wenn deine Kalkulation sauber ist, aber der Preis zu hoch ist, musst du an der Effizienz arbeiten, nicht am Gewinn kürzen. Kürze niemals deine Gemeinkosten oder den Gewinn, um einen Auftrag zu bekommen. Das ist kurzfristig gedacht und führt dich langfristig in Schwierigkeiten.
häufig gestellte fragen
wie oft muss ich meine kalkulationsgrundlagen aktualisieren?
Du solltest mindestens einmal im Jahr alle Lohn- und Gemeinkostenzuschläge neu berechnen. Materialpreise überprüfst du am besten quartalsweise, da die Preise für Holz, Stein und Pflanzen stark schwanken können. Bleib nah an deinen aktuellen Rechnungen.
was mache ich, wenn der kunde nur den preis verhandeln will?
Sei transparent. Wenn du nicht tiefer in deinen Gewinn gehen kannst oder willst, biete dem Kunden Alternativen an. Frage: „Möchten wir statt Naturstein A lieber das hochwertige Betonpflaster B nehmen, das ähnlicher aussieht? Das spart X Euro.“ Du tauschst Kosten gegen Leistung, statt deinen kalkulatorischen Unterbau zu opfern.
wie rechne ich eigene fahrzeiten korrekt ab?
Deine Fahrzeit zur Baustelle und zurück zählt zur Arbeitszeit und muss in deinen Stundenverrechnungssatz einfließen. Du benutzt dafür deinen regulären Lohnkostensatz. Wenn die Anfahrt ungewöhnlich lang ist (z.B. über eine Stunde pro Strecke), kannst du diese überlange Zeit als separaten Posten „Baustellenspezifische Anfahrt“ mit einem leicht erhöhten Zuschlag für Verschleiß und Zeitverlust aufführen.


