Grundsteuer für Garten berechnen: So geht’s einfach

Du hast Post vom Finanzamt bekommen oder überlegst, wie sich dein Grundstück eigentlich auf deine Grundsteuer auswirkt? Wahrscheinlich denkst du gerade an deinen Garten. Du fragst dich: Muss ich für meinen Rasen, die Blumenbeete oder vielleicht das kleine Gartenhaus extra zahlen? Diese Unsicherheit ist völlig normal, besonders seit der Grundsteuerreform. Viele Hausbesitzer sind verwirrt, wenn es um die korrekte Berechnung der Grundsteuer für Gartenflächen geht. Keine Sorge, lass uns das Schritt für Schritt durchgehen. Ich erkläre dir ganz in Ruhe, was dein Garten für die Grundsteuer bedeutet und wie du das Ganze richtig einschätzt.
Grundsteuer und dein Grundstück: Was zählt wirklich?
Zuerst müssen wir klären, was die Grundsteuer überhaupt ist. Kurz gesagt: Sie ist eine Steuer auf den Besitz von Grund und Boden, egal ob bebaut oder unbebaut. Dein gesamtes Grundstück, das im Grundbuch eingetragen ist, bildet die Basis. Dein Garten ist dabei fast immer ein integraler Bestandteil dieses Grundstücks. Du kannst ihn nicht einfach abtrennen und sagen: „Der gehört nicht dazu.“
Das Entscheidende ist die Unterscheidung zwischen dem bebauten Teil (dem Haus) und dem unbebauten Teil (dem Garten, der Einfahrt oder Terrasse). Beide Teile zusammen ergeben den gesamten Wert deines Grundbesitzes, der dann besteuert wird. Wenn du also wissen möchtest, wie die Grundsteuer für Garten berechnet wird, schauen wir uns an, wie das Finanzamt deinen gesamten Grund und Boden bewertet.
Die Wertermittlung: Vom Bodenwert zum Einheitswert
Um die Grundsteuer zu berechnen, brauchte das Finanzamt früher den sogenannten Einheitswert. Durch die Grundsteuerreform 2022 ändern sich die Grundlagen, aber der Prozess bleibt im Kern ähnlich: Der Wert deines Grundstücks muss ermittelt werden. Hier kommen die wichtigsten Begriffe ins Spiel:
- Grundstücksfläche: Das ist die Gesamtfläche deines Areals, die im Katasteramt verzeichnet ist. Dein Garten ist hier mit drin.
- Bodenrichtwert: Das ist der durchschnittliche Wert für einen Quadratmeter Boden in deiner Gegend. Diesen Wert legt der Gutachterausschuss fest. Je nach Lage deines Grundstücks ist dieser Wert unterschiedlich hoch.
- Mietwertverfahren (neu): Beim neuen Modell wird der Wert oft über eine Ertragswertmethode oder Vergleichswertmethode ermittelt, abhängig von der Art des Grundstücks.
Dein Garten selbst wird nicht einzeln besteuert, sondern ist Teil der Gesamtfläche. Wenn dein Garten sehr groß ist, wirkt sich das natürlich auf den Gesamtbesitzwert aus. Die spezifische Nutzung des Gartens – ob Blumenbeet oder reiner Rasen – ist für die reine Wertfeststellung oft zweitrangig, solange es sich um reines Wohneigentum handelt.
Sonderfälle im Garten: Was ist mit Gartenhäusern und Pools?
Hier wird es spannend, denn viele Menschen haben Dinge im Garten stehen, die sie fälschlicherweise als „nicht steuerpflichtig“ einstufen. Wenn du überlegst, wie du die Grundsteuer für dein Gartenhaus berechnen könntest, musst du folgendes wissen:
Das Gartenhaus: Nebengebäude oder fest verbundene Struktur?
Ein kleines Gerätehaus, das du einfach aufgestellt hast und das du jederzeit wieder abbauen könntest, zählt meist als sogenanntes „Zubehör“. Es verändert den Wert deines Grundstücks in der Regel nicht direkt für die Grundsteuerberechnung, da die Grundsteuer primär auf den Grund und Boden sowie das Hauptgebäude abzielt.
Anders sieht es aus, wenn dein Gartenhaus massiv gebaut ist, ein Fundament hat und fest mit dem Boden verbunden ist. Solche baulichen Anlagen gelten als „wesentlicher Bestandteil des Grundstücks“. Dann erhöht sich der Wert deines Grundbesitzes und damit potenziell auch die Grundsteuer.
VIDEO: Grundsteuer berechnen – Einfache Erklrung fr dein Zuhause
Unverzichtbare Quellen
Erfahre mehr über Grundsteuer für Garten berechnen: So geht’s einfach, indem du diese Linkauswahl erkundest.
- Wohnflächenberechnung für die Grundsteuer – So geht's richtig
- Grundsteuer Einspruch: Diese Punkte solltest du prüfen!
Pools, Terrassen und andere Annehmlichkeiten
Feste, in den Boden eingelassene Pools oder aufwendige, gemauerte Terrassen zählen ebenfalls als wertsteigernde Elemente deines Grundstücks. Sie sind zwar nicht das Wohnhaus selbst, aber sie erhöhen den objektiven Wert, der dem Finanzamt zur Berechnung dient. Wenn du eine Wertermittlung vornimmst, um deine Angaben in der Feststellungserklärung zu prüfen, solltest du diese festen Bauten nicht vergessen.
Tipp: Schau dir deine Unterlagen genau an. Wurde dein Pool oder deine aufwendige Gartenanlage bei der letzten Wertermittlung überhaupt berücksichtigt? Manchmal werden solche Details übersehen, was bei der neuen Grundsteuererklärung ein wichtiger Punkt für dich sein kann.
Der Weg zur richtigen Feststellungserklärung (Grundsteuer für Garten angeben)
Die große Herausforderung für dich ist die Abgabe der Feststellungserklärung. Hier musst du alle Daten deines Grund und Bodens korrekt angeben. Viele fragen sich, wie sie ihren Gartenanteil richtig im Formular abbilden.
Die gute Nachricht: Du musst nicht den Quadratmeterpreis deines Rasens schätzen. Du gibst die Gesamtfläche deines Grundstücks an. Das Finanzamt verwendet dann die offiziellen Daten, um den Wert zu berechnen. Deine Hauptaufgabe ist die korrekte Angabe:
- Fläche: Gib die exakte Grundstücksfläche an, die im Grundbuchauszug steht. Das schließt alle Flächen mit ein: Haus, Hof, Wege und eben den Garten.
- Art der Nutzung: Hier gibst du an, ob es sich um ein Einfamilienhaus, ein Mehrfamilienhaus oder ein unbebautes Grundstück handelt. Dein Garten fällt in der Regel unter die Nutzung des Wohngebäudes.
- Bodenrichtwert (falls gefordert): Manchmal musst du den Bodenrichtwert deines Grundstücks angeben. Diesen findest du online über die offizielle Bodenrichtwertkarte deiner Stadt oder Gemeinde.
Wenn du unsicher bist, welche Fläche genau zu deinem Garten gehört und welche vielleicht schon als Verkehrsfläche zählt, orientiere dich immer an den amtlichen Katasterplänen. Diese sind die Grundlage für die Berechnung der Grundsteuer für unbebaute Gartenflächen, auch wenn sie nicht separat ausgewiesen werden.
Häufige Fehler, wenn man die Grundsteuer für den Garten optimieren will
Viele Besitzer versuchen, die Steuerlast zu senken, indem sie behaupten, Teile des Gartens seien nicht nutzbar oder gehörten nicht dazu. Hier sind einige Fallstricke, die du vermeiden solltest:
Denke nicht, dass du durch das Entfernen eines festen Gartenweges sofort Steuern sparst. Die Finanzverwaltung bewertet den Zustand des Grundstücks zum Stichtag der Wertermittlung. Eine kurzfristige Umgestaltung bringt dir wenig.
Ein weiterer häufiger Irrtum betrifft Kleingärten. Wenn dein Garten offiziell als Kleingarten im Sinne des Bundeskleingartengesetzes ausgewiesen ist, kann das unter Umständen zu einer anderen Bewertung führen, da hier oft andere Nutzungsbedingungen gelten. Hier ist es ratsam, die speziellen Formulare zu prüfen, die für solche Fälle vorgesehen sind.
Vergiss nicht: Die Grundsteuer ist nicht nur eine Steuer auf das Haus, sondern primär auf den Grund und Boden. Dein Garten ist ein wesentlicher Teil dieses Bodens. Wenn dein Grundstück groß ist, ist der Wert deines Gartens – selbst wenn er nur begrünt ist – Teil der Bemessungsgrundlage.
Was tun, wenn du glaubst, dass dein Garten zu hoch bewertet wurde?
Du hast deine Erklärung abgegeben und das Ergebnis wirkt dir zu hoch? Vielleicht hast du das Gefühl, dass die Fläche deines Gartens, die für die Berechnung herangezogen wird, nicht stimmt. Was kannst du tun?
Zuerst solltest du Ruhe bewahren und den Bescheid genau prüfen. Schau dir den Bescheid an, welche Fläche dort angesetzt wurde. Vergleiche diese Zahl mit deinem Grundbuchauszug oder dem letzten Lageplan des Katasteramts. Wenn du feststellst, dass die Gesamtfläche falsch ist, weil beispielsweise ein Nachbargrundstück fälschlicherweise zugerechnet wurde, musst du handeln.
Der Weg der Korrektur führt über einen Einspruch. Du hast in der Regel einen Monat Zeit nach Erhalt des Bescheids. In deinem Einspruch gibst du an, welche Daten du für richtig hältst und warum die Angabe des Finanzamtes fehlerhaft ist. Wenn du zum Beispiel belegen kannst, dass dein Gartenhaus gar nicht fest verbaut ist, kannst du argumentieren, dass es nicht als wesentlicher Bestandteil in die Berechnung der Grundsteuer für bebaute Grundstücke einfließen darf.
Es ist oft hilfreich, offizielle Dokumente beizufügen, wie Fotos oder einen aktuellen Lageplan, um deine Argumentation zu untermauern. Du musst den Zweifel, der in dir ist, in eine sachliche Begründung umwandeln.
Häufig gestellte fragen
muss ich meinen garten extra anmelden
Nein, in der Regel meldest du nicht deinen Garten einzeln an. Du meldest das gesamte Grundstück an, so wie es im Grundbuch verzeichnet ist. Der Garten ist automatisch Teil dieser Gesamtfläche, die zur Bewertung herangezogen wird.
zählt mein pool im garten zur grundsteuer
Ein fest eingebauter Pool zählt oft als wertsteigernde bauliche Anlage und wird in die Gesamtbewertung deines Grundstücks einbezogen. Ein oberirdischer Pool, den du jederzeit entfernen kannst, wird meist nicht berücksichtigt.
was ist, wenn mein garten viel größer ist als der nachbar
Wenn dein Garten deutlich größer ist, führt das bei gleicher Lage und Bebauung zu einem höheren Grundbesitzwert. Da die Grundsteuer auf dem Wert des Bodens basiert, ist eine größere Fläche prinzipiell steuerlich relevanter, auch wenn die konkrete Berechnung komplex ist.
Details zur genauen Gartenbewertung für die Grundsteuer finden Sie in unserem gesonderten Beitrag.
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