Alte garten steine entsorgen

Du stehst vor dem Problem: Dein Garten sieht einfach nicht mehr so aus, wie du es dir wünschst. Vielleicht hast du einen alten Kiesweg neu gestaltet oder eine veraltete Steintreppe entfernt. Jetzt liegen sie da – die alten Gartensteine. Sie sind schwer, unhandlich und nehmen Platz weg. Die Frage brennt dir wahrscheinlich unter den Nägeln: Was mache ich mit diesen alten Gartensteinen? Einfach irgendwo abladen? Das geht meistens nicht. Ich erkläre dir jetzt Schritt für Schritt, wie du diese Steine nachhaltig und vor allem gesetzeskonform loswirst.
Die Bestandsaufnahme: Was genau sind deine Steine?
Bevor du überhaupt an Entsorgung denkst, musst du wissen, womit du es zu tun hast. Nicht jeder Stein ist gleich und das ist wichtig für die spätere Behandlung. Alte Gartensteine sind nicht immer einfach nur Naturstein. Manchmal handelt es sich um Betonfertigteile, manchmal um Pflastersteine, die mit Mörtelresten verklebt sind. Du solltest genau hinschauen.
Naturstein vs. Betonstein
Natursteine, wie Granit oder Quarzit, sind oft wertvoller und einfacher wiederzuverwenden. Sie sind meistens unverändert. Betonsteine hingegen können Bindemittel enthalten. Wenn du alte Betonplatten entsorgen musst, achte darauf, ob sie stark vermoost sind oder ob sich Reste von Zement oder Kleber daran befinden. Diese Unterscheidung ist entscheidend, denn Naturstein lässt sich leichter recyceln oder wiederverwenden als stark verunreinigter Beton.
Gefahrstoffe im Blick
Ein seltener, aber wichtiger Punkt bei sehr alten Gartenbefestigungen: Gibt es vielleicht alte Betonplatten aus den 70er-Jahren oder davor? Manchmal wurden damals Materialien verwendet, die heute als problematisch gelten. Wenn du sehr alte, poröse oder auffällig verfärbte Steine hast, frag lieber einmal nach. Im normalen Hausgartenbereich ist das Risiko gering, aber sicher ist sicher, wenn du größere Mengen alter Begrenzungen loswerden willst.
Option 1: Wiederverwenden statt wegwerfen

Der nachhaltigste Weg ist immer die Wiederverwendung. Bevor du den Container bestellst, überlege, ob die Steine dir oder anderen noch dienen können. Das spart Geld und schont die Umwelt. Vielleicht fällt dir spontan ein neues kleines Projekt ein, für das diese Steine perfekt sind.
Biete sie anderen an
Viele Menschen suchen genau jetzt nach günstigen Baumaterialien für ihr eigenes Gartenprojekt. Du kannst deine alten Gartensteine, Gehwegplatten oder Randsteine einfach anbieten. Schau in lokalen Kleinanzeigenportalen oder in Nachbarschaftsgruppen online. Oft gilt hier: Wer sie selbst abholt, nimmt sie dir kostenlos ab. Das ist eine Win-Win-Situation. Du hast keine Entsorgungskosten, und jemand anderes freut sich über kostenloses Material.
Kleine Projekte im eigenen Garten
Selbst wenn die große Terrasse weg ist, brauchst du vielleicht noch Materialien für andere Ecken. Vielleicht möchtest du ein kleines Kräuterbeet anlegen? Oder eine Stützmauer für einen Hang bauen? Alte, stabile Steine eignen sich hervorragend als Fundament oder für Trockenmauern. Das ist eine einfache Methode, um deine alten Betonplatten wiederzuverwenden, ohne sie aufwendig reinigen zu müssen.
Option 2: Entsorgung – Die bürokratischen Wege
Wenn Wiederverwenden keine Option ist, musst du die Steine ordnungsgemäß entsorgen. Alte Gartensteine gelten in der Regel als Bauschutt. Du kannst sie nicht einfach zum normalen Hausmüll geben oder auf den Sperrmüll stellen. Hier kommt die korrekte Abfallentsorgung ins Spiel.
Der Wertstoffhof / Recyclinghof
Die häufigste und oft einfachste Lösung ist der lokale Wertstoffhof oder Recyclinghof deiner Gemeinde. Hier kannst du Bauschutt wie alte Pflastersteine oder Mauerteile abgeben. Du musst allerdings ein paar Dinge beachten, um die Entsorgung alter Gartensteine stressfrei zu gestalten:
- Anmeldung und Kosten: Rufe vorher beim Wertstoffhof an. Kläre, ob du Steine annehmen kannst und wie die Kosten berechnet werden (pro Kilogramm oder pro Ladung).
- Sortierung: Viele Höfe verlangen eine Trennung von reinen Natursteinen und Beton. Wenn du es vorher sortierst, sparst du eventuell Gebühren, da reiner Naturstein manchmal anders behandelt wird.
- Transport: Du brauchst ein geeignetes Fahrzeug. Bedenke, dass Stein sehr schwer ist! Ein Kubikmeter Schotter wiegt locker über eine Tonne. Überlade dein Auto oder deinen Anhänger nicht.
Der Containerdienst
Wenn du eine größere Menge an Steinen hast – zum Beispiel nach dem Abriss einer alten Terrasse oder einer größeren Steinmauer – lohnt sich oft ein Container. Hierbei holst du dir einen speziellen Container für Bauschutt auf dein Grundstück. Das ist bequem, aber auch teurer als der Wertstoffhof. Achte darauf, dass der Containerdienst klar deklariert, dass es sich um reinen mineralischen Bauschutt handelt, damit es später richtig recycelt werden kann. Wenn du nur leichte Verunreinigungen hast (Erde, Moos), ist das meist kein Problem für Standard-Bauschutt-Container.
Was du unbedingt vermeiden solltest
Es mag verlockend sein, aber wirf alte Gartensteine niemals einfach in den Wald, auf freie Flächen oder in den Hausmüllcontainer. Das ist illegal, kann hohe Bußgelder nach sich ziehen und die Natur unnötig belasten. Selbst kleine Mengen alte Gehwegplatten entsorgen muss über offizielle Wege laufen.
Die Sonderfälle: Welche Steine verursachen Probleme?
Manchmal ist die Entsorgung komplizierter, weil die Steine nicht nur „Steine“ sind, sondern mit anderen Materialien verbunden waren. Diese Fälle erfordern besondere Aufmerksamkeit.
Steine mit Mörtel oder Betonresten
Wenn du alte Betonplatten hast, die fest mit dickem Mörtel verbunden sind, gelten sie oft immer noch als Bauschutt. Wenn es sich aber um große Mengen handelt, die stark mit Fremdstoffen wie Holzresten oder Kunststoff vermischt sind, kann es kompliziert werden. Viele Wertstoffhöfe nehmen nur „reinen“ mineralischen Bauschutt an. Ist der Anteil an Fremdstoffen hoch, musst du eventuell einen Container für „gemischten Bauschutt“ bestellen. Informiere dich vorher genau, sonst musst du eventuell zwei Ladungen fahren.
Kleine Mengen und der Eigenanfall
Du hast nur eine Kiste oder eine halbe Schubkarre voller alter Steine? Für solche kleinen Mengen ist der Wertstoffhof die erste Adresse. Manche Kommunen erlauben es, eine bestimmte Menge Bauschutt kostenlos oder gegen eine geringe Pauschale anzuliefern. Erkundige dich nach der Freimenge für deinen Wohnort. Das spart dir unnötige Kosten für einen großen Container, den du gar nicht füllen würdest.
Steine aus dem alten Kamin oder Feuerstelle
Achtung bei Steinen, die Hitze ausgesetzt waren, wie sie in alten Feuerstellen oder Grillplätzen vorkamen. Manchmal sind das spezielle Schamottsteine oder Ziegel. Diese Materialien müssen eventuell separat entsorgt werden, da sie andere Eigenschaften haben als einfache Betonpflastersteine. Sie gehören definitiv nicht in den normalen Bauschutt-Container, sondern müssen als Sonderabfall deklariert werden, falls sie behandelt werden müssen. Meistens dürfen sie aber auch auf dem Wertstoffhof abgegeben werden, wenn sie sauber sind.
Kosten im Blick behalten
Die Entsorgung von schweren Materialien kostet Geld. Wenn du planst, größere Mengen alter Steine zu entsorgen, solltest du die Kosten vergleichen. Für den Privatmann sind die Gebühren auf dem Wertstoffhof meist am niedrigsten. Rechne damit, dass pro Tonne Bauschutt Kosten zwischen 50 und 150 Euro anfallen können, je nach Region und ob es sich um reinen oder gemischten Schutt handelt. Wenn du es selbst transportierst, sparst du die Anfahrtskosten des Containers, musst aber Arbeitszeit und Benzin für deine Fahrten zum Hof einrechnen. Mache dir vorab eine grobe Schätzung, wie viel Material du hast, um nicht doppelt fahren zu müssen.


