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Welche versicherung zahlt bei sturmschäden im garten

Welche versicherung zahlt bei sturmschäden im garten

Der Sturm hat gewütet. Du stehst jetzt vor deinem Garten und siehst das Chaos. Ein umgestürzter Baum liegt auf dem Gewächshaus, das Gartenhausdach ist weggeflogen, und deine teure Gartenmauer ist eingestürzt. Dein erster Gedanke ist wahrscheinlich: Wer zahlt das eigentlich? Diese Frage beschäftigt viele Gartenbesitzer nach einem heftigen Unwetter. Es ist verständlich, dass du dich jetzt allein gelassen fühlst. Aber keine Sorge, ich erkläre dir ganz in Ruhe, welche Versicherungen für Schäden im Garten zuständig sein können und worauf du jetzt achten musst, wenn du deinen Schaden meldest.

Die erste Orientierung: Was ist überhaupt versichert?

Wenn der Sturm da war und dein Garten aussieht wie nach einem Tornado, ist das Wichtigste, Ruhe zu bewahren. Bevor du einen Versicherer anrufst, musst du wissen, wo du überhaupt Schutz hast. Im Garten gibt es verschiedene Elemente: Pflanzen, Zäune, Gartenhäuser, Pools oder vielleicht sogar eine Terrasse. Jedes dieser Elemente kann von unterschiedlichen Policen abgedeckt sein. Dein Hauptaugenmerk liegt jetzt darauf, die richtige Versicherung für den jeweiligen Schaden zu finden. Die Hausratversicherung und die Wohngebäudeversicherung sind hier die wichtigsten Ansprechpartner, aber es gibt Feinheiten.

Wann greift die Wohngebäudeversicherung?

Die Wohngebäudeversicherung ist für alle fest mit dem Boden verbundenen Teile deines Grundstücks zuständig. Stell dir vor, du hast ein fest installiertes Gartenhaus mit Fundament oder eine gemauerte Gartenmauer. Fallen diese durch Sturm um oder werden sie stark beschädigt, ist das ein Fall für die Wohngebäudeversicherung. Sie deckt alles ab, was zum Gebäude gehört oder damit fest verbunden ist. Das schließt auch fest verbaute Dinge wie Solarpaneele auf dem Dach des Gartenhauses ein, wenn diese unter die Definition „Gebäude“ fallen. Wenn du dir unsicher bist, ob dein beschädigtes Gartenhaus als „fest verbunden“ gilt, schau in deine Police. Manchmal sind auch Garagen und Carports explizit aufgeführt.

VIDEO: Sturmschaden, welche Versicherung zahlt? | Richtiger Versicherungsschutz fr den Ernstfall | Sturm

Was deckt die Hausratversicherung im Außenbereich ab?

Die Hausratversicherung klingt erstmal nur nach dem Schutz für deine Sachen im Haus. Aber halt! Viele moderne Hausratversicherungen bieten einen Einschluss für Teile des Gartens an. Das ist besonders wichtig für bewegliche, aber wertvolle Gegenstände oder Elemente, die nicht fest mit dem Haus verbunden sind. Denke an dein teures Gartenmobiliar, Grills, die nicht fest installiert sind, oder auch ein freistehendes Gewächshaus. Wichtig ist hier das Stichwort „Außenversicherung“ oder „Erweiterte Außenversicherung“ in deinem Vertrag. Ohne diesen Zusatz schützen die meisten Policen diese Gegenstände draußen nicht vor Sturm.

Wenn dein hochwertiger Rasenmäher im Schuppen stand und das Dach des Schuppens wegflog, dann ist der Schaden am Mäher Sache der Hausratversicherung. Der Schaden am Schuppendach selbst ist eventuell Sache der Wohngebäudeversicherung, falls es ein festes Gebäude war. Du siehst, es kann schnell kompliziert werden, welche Versicherung für welchen Teil zuständig ist. Sei hier genau.

Sturmschäden an Bäumen und Pflanzen: Ein oft übersehenes Problem

Ein klassischer Fall nach einem Sturm ist der umgestürzte Baum. Dein großer alter Apfelbaum ist entwurzelt und liegt nun quer über dem Rasen. Jetzt fragst du dich: Welche Versicherung zahlt für den Baum im Garten?

Bäume und Gartenstrukturen: Die Unterscheidung ist entscheidend

Hier wird es oft knifflig, denn Bäume sind Lebewesen und fallen nicht immer eindeutig unter die klassischen Versicherungsdefinitionen. Bäume, Sträucher und Hecken sind meistens nicht automatisch über die Wohngebäudeversicherung gedeckt, es sei denn, sie sind Teil einer festen Einfriedung (z. B. eine sehr dichte, hohe Hecke, die als Sichtschutzmauer dient – was aber selten der Fall ist).

In vielen Fällen musst du hier auf die Elementarschadenversicherung zurückgreifen, falls diese separat abgeschlossen wurde. Diese deckt Schäden durch Naturereignisse wie Lawinen, Überschwemmungen und oft auch Stürme ab, die über das normale Maß hinausgehen. Wenn der Baum auf das Haus gefallen ist, zahlt die Wohngebäudeversicherung für den Schaden am Haus. Die Beseitigung des Baumes selbst ist aber oft ein gesonderter Punkt. Viele Versicherer bieten einen Zusatzbaustein an, der die Kosten für die Bergung und Entsorgung von umgestürzten Bäumen im Garten übernimmt. Dies ist ein separater Posten, den du unbedingt in deinem Vertrag prüfen solltest, wenn dir deine teuren Bäume am Herzen liegen.

Tipp für dich: Wenn ein Baum dein Eigentum beschädigt hat (z.B. das Gartenhaus), zahlt die Versicherung des beschädigten Objekts. Wenn der Baum einfach nur umfällt und du ihn entfernen musst, kommt die Zusatzdeckung der Wohngebäudeversicherung oder der Elementarschadenpolice ins Spiel.

Wenn der Sturm fremdes Eigentum beschädigt: Haftpflicht

Stell dir vor, dein großer Baum kippt nicht auf dein eigenes Gartenhaus, sondern auf das Auto deines Nachbarn oder zerstört dessen Garage. Jetzt bist du plötzlich der Verursacher. Hier kommt die private Haftpflichtversicherung ins Spiel.

Die private Haftpflichtversicherung ist dafür da, wenn du jemand anderem einen Schaden zufügst. Wenn dein Baum, der krank war oder schlecht stand, umstürzt und beim Nachbarn etwas kaputt geht, greift diese Police. Sie zahlt den Schaden beim Dritten, solange es nachweislich ein Sturm war und du keine grobe Fahrlässigkeit gezeigt hast (dazu später mehr).

Das ist ein wichtiger Punkt, den viele vergessen. Die Haftpflicht ist genauso wichtig wie die Sachversicherungen, weil sie dich vor hohen Forderungen Dritter schützt. Überprüfe deine Police, ob die Deckungssumme hoch genug ist, falls größere Bauten betroffen sind.

Schritt-für-Schritt-Anleitung: Was du jetzt sofort tun solltest

Du hast den Sturm überstanden. Jetzt geht es ans Eingemachte: die Schadensmeldung. Diese Schritte helfen dir, den Prozess so reibungslos wie möglich zu gestalten und sicherzustellen, dass du das Geld bekommst, das dir zusteht.

  1. Sicherheit geht vor: Sorge dafür, dass niemand verletzt wird. Sperre den Bereich ab, besonders wenn Bäume instabil wirken oder Dachziegel drohen herunterzufallen. Du bist verpflichtet, weitere Schäden zu vermeiden.
  2. Dokumentation ist alles: Mache sofort Fotos und Videos aus verschiedenen Winkeln. Filme das gesamte Ausmaß des Schadens, bevor du etwas aufräumst. Mache Nahaufnahmen von den beschädigten Stellen – sei es das zerrissene Trampolin oder der Bruch in der Mauer.
  3. Notiere Details: Schreibe auf, wann genau der Sturm begann und endete (wenn möglich) und welche Gegenstände betroffen sind. Wenn ein Nachbar etwas gesehen hat, notiere seine Kontaktdaten.
  4. Schaden melden – aber richtig: Kontaktiere deine Versicherung(en). Sei ehrlich und präzise. Gib an, welche Police du in Anspruch nehmen möchtest (Wohngebäude oder Hausrat). Informiere sie über den vermuteten Sturm.
  5. Aufräumen und beweisen: Räume nur das Nötigste weg, um akute Gefahren zu beseitigen. Bewahre beschädigte Teile (wie Dachfetzen oder abgebrochene Äste) auf, bis der Gutachter sie gesehen hat, falls er das wünscht.
  6. Kostenvoranschläge einholen: Frage Fachfirmen nach einem Kostenvoranschlag für die Reparatur oder den Ersatz. Dies hilft der Versicherung, die Höhe des Schadens besser einzuschätzen.

Die Tücke im Kleingedruckten: Was Versicherungen oft ablehnen

Du hast alles gemeldet. Jetzt kommt die Absage. Das ist frustrierend. Oft liegt das daran, dass bestimmte Ursachen oder Zustände nicht versichert sind. Es ist wichtig, diese Ausschlussklauseln zu kennen, besonders im Kontext von Schäden durch Sturm im Garten.

Wann spricht man von grober Fahrlässigkeit?

Versicherungen zahlen nicht, wenn du den Schaden grob fahrlässig verursacht hast. Was bedeutet das für deinen Garten? Wenn du wusstest, dass ein riesiger, morscher Baum direkt über deinem Haus stand, seit Monaten Äste abgeworfen hat, aber du hast nichts unternommen, um ihn fällen zu lassen, könnte die Versicherung argumentieren, dass du grob fahrlässig gehandelt hast. Sturm ist ein Naturereignis, aber das Vorhandensein einer offensichtlichen Gefahr, die du ignoriert hast, kann zur Kürzung oder Ablehnung führen.

Empfohlene Lektüre

Hier sind einige informative Links speziell zu Welche versicherung zahlt bei sturmschäden im garten.

Normale Abnutzung versus Sturmschaden

Versicherungen zahlen für unvorhersehbare Ereignisse. Sie zahlen nicht für normale Abnutzung oder Alterung. Wenn dein alter Holzzaun schon morsch war und der Sturm ihn nur „den Rest gegeben“ hat, kann die Versicherung argumentieren, dass der Zaun ohnehin bald ersetzt werden müsste und der Sturm nicht die alleinige Ursache war. Dies ist ein häufiger Streitpunkt bei älteren Gartenstrukturen.

Windstärke und Definition „Sturm“

Achte darauf, was deine Police unter „Sturm“ versteht. Viele Versicherer fordern eine bestimmte Windstärke (oftmals Windstärke 8 auf der Beaufort-Skala oder mehr), um überhaupt von einem versicherten Sturm auszugehen. Wenn es nur leicht windig war, aber trotzdem etwas kaputt ging, wird es schwer, die Leistung zu bekommen. Prüfe, ob deine Police auf eine amtliche Wetterwarnung Bezug nimmt oder ob der Schaden direkt durch die Windstärke nachgewiesen werden muss.

Prävention: So minimierst du künftige Risiken

Nachdem du hoffentlich bald die Regulierung abgeschlossen hast, lohnt sich der Blick nach vorn. Wie kannst du dein Eigentum besser schützen und Ärger mit der Versicherung bei Sturmschäden am Gartenhaus vermeiden?

Regelmäßige Pflege ist dein bester Versicherungsschutz. Lass große oder kranke Bäume regelmäßig von einem Fachmann kontrollieren und gegebenenfalls zurückschneiden oder entfernen. Das nimmt der Versicherung später den Wind aus den Segeln, falls sie argumentieren wollen, du hättest die Gefahr gekannt.

Überprüfe außerdem deine Verträge. Sind deine Gartenstrukturen richtig bewertet? Ist die Erweiterung für Gartenmöbel in der Hausratpolice aktuell? Manchmal passen die Verträge nicht mehr zur Realität deines Gartens, weil du letztes Jahr den neuen Wintergarten angebaut hast.

Häufige Fragen

Muss ich jeden kleinen schaden melden?
Nein, das musst du nicht. Wenn der Schaden sehr gering ist und unterhalb deiner Selbstbeteiligung liegt (der Betrag, den du immer selbst trägst), lohnt sich die Meldung nicht. Melde nur Schäden, die deutlich über deinem Selbstbehalt liegen. Zu viele kleine Meldungen können deine Schadenfreiheitsklasse negativ beeinflussen.
Was passiert mit dem baum, der auf das haus gefallen ist?
Die Wohngebäudeversicherung zahlt für den Schaden am Haus. Die Kosten für das Zersägen und Abtransportieren des Baumes sind oft ein separater Posten, der entweder über einen Zusatzbaustein oder die allgemeine Aufräumkostenregelung der Wohngebäudeversicherung gedeckt ist. Frage gezielt nach den Bergungskosten.
Kann ich meine gartenlaube ohne fundament schützen?
Eine einfache Gartenlaube, die du jederzeit versetzen könntest, fällt eher unter die Hausratversicherung, wenn sie im Vertrag als Außenversicherung eingeschlossen ist. Feste, gemauerte Lauben oder Schuppen gehören zur Wohngebäudeversicherung. Prüfe die Definition der „festen Baulichkeiten“ in deiner Police, um sicherzugehen.

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